Beichte

Erst wollte ich dir, Herr, meine Schuld verheimlichen.
Doch davon wurde ich so schwach
und elend,
dass ich nur noch stöhnen konnte.

Psalm 32,3

Auch in der Evangelischen Kirche gibt es das Angebot der Beichte. Drei Formen der Beichte sind in der evangelischen Kirche gebräuchlich:

Die innere Beichte
Im eigenen Beten setzen sich Christen mit dem Anspruch Gottes auseinander und nehmen die eigene Schuld wahr. In der Stille, mit sich und Gott allein, nennen sie Gott ihre Verfehlungen. Sie machen sich bewußt, dass "vor den Engeln Gottes Freude sein wird über einen Sünder, der Buße tut" (Lukas 15,10). In der Erinnerung an Gottes Liebe können die Betenden zu der Gewißheit gelangen, dass Gott sie von ihrer Schuld lossagt.

Die Einzelbeichte
Manches läßt sich nicht im stillen Beten bereinigen. Manche Schuld belastet die Seele so, daß erst das Reden darüber weiterhilft. Die Einzelbeichte gibt dafür Raum. Sie ist ein Gesprächsangebot, über erkannte eigene Schuld zu sprechen und Gottes Vergebung im persönlichen Zuspruch zu erfahren. Ein solches Gespräch steht immer unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Bitte sprechen Sie hierfür ruhig einen Ihrer Pfarrer an. Wir sind Ihnen gerne behilflich.

Die Gemeindebeichte
In der evangelischen Kirche gibt es Buß- oder Beichtgottesdienste an besonderen Tagen im Kirchenjahr, zum Beispiel am Buß- und Bettag und in der Passionszeit. Lieder, Schriftlesungen und Predigt im Beichtgottesdienst schaffen Raum für die persönliche Besinnung. Auf die Beichtfragen hin bekennen alle in der Gemeinschaft der Gemeinde ihre Sünden und bekommen Gottes Vergebung zugesprochen. Im Anschluß an diesen Zuspruch kann eine persönliche Segnung der Beichtenden erfolgen.
Auch in der Ordnung des sonntäglichen Gottesdienstes finden sich ein Sündenbekenntnis und die Bitte um die Vergebung.