Gedanke zum Tag: Verantwortung

Im Moment müssen viele Entscheidungen getroffen werden.
Oft über Fragen, über die noch niemand hat nachdenken müssen und oft ohne dass man genügend Fakten vorliegen hat.
Das ist schwierig.
Und es ist unvermeidlich, dass dabei Fehler gemacht werden. Viele Fehler.
Im Nachhinein ist man dann oft klüger.

Mir fällt auf, wie unterschiedlich Entscheidungsträger mit den Fehlern umgehen, die sie (unvermeidlich) machen.

Da gibt es auf der einen Seite welche, die vor allem das Interesse haben, gut dazustehen. Eine weiße Weste zu behalten. Die gerne so tun, als ob sie nie etwas falsch gemacht haben. Die versuchen, die Verantwortung für Fehler und Versäumnisse immer auf andere abzuwälzen.

US-Präsident Donald Trump scheint mir da ein gutes Beispiel dafür zu sein. Zuletzt hat er versucht, der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) die Schuld für sein eigenes Versagen in die Schuhe zu schieben

Und auf der anderen Seite gibt es Menschen, die sagen, dass sie nach besten Wissen und Gewissen handeln und stehen zu den Fehlern, die sie dabei unvermeidlich auch machen.

Ich bin froh und dankbar, dass es solche Menschen gibt. Dass es Politiker und Menschen in den Ämtern und Verwaltungen gibt, denen es in erster Linie nicht darum geht, möglichst gut dazustehen, sondern das Richtige zu tun.

Dietrich Bonhoeffer hat 1942 geschrieben:

Die letzte verantwortliche Frage ist nicht, wie ich mich heroisch aus der Affäre ziehe, sondern wie eine kommende Generation weiter leben soll. Nur aus dieser geschichtlich verantwortlichen Frage können fruchtbare - wenn auch vorübergehend sehr demütigende - Lösungen entstehen.

Und was meinen Sie?